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27. 04. 2007

103KM-Der längste Tunnel der Welt


103 KM-Der längste Tunnel der Welt

Wer das 47 Milliarden Euro Mega-Projekt finanzieren soll, ist der "Interhemispheric Bering Strait Tunnel and Railroad Group" zwar, zumindest offiziell, noch nicht ganz klar aber immerhin stammt der russische Milliardär Roman Abramowitsch aus der Region Tschukotka, in der der Spatenstich für den Tunnel erfolgen soll. Die Tatsache, dass Abramowitsch auch der Gouverneur dieser Region ist lässt zumindest Vermutungen zu.
Als das Projekt nun bei einer Konferenz der "Interhemispheric Bering Strait Tunnel and Railroad Group", bei der auch nicht ganz klar ist wer dahinter die Fäden in der Hand hat, vorgestellt wurde, schienen die Planungen aber bereits weit fortgeschritten.

In drei Abschnitten, bis zu 80 Meter unter dem Wasserspiegel und über zwei Inseln soll das, auf 15 Jahre angelegte, Projekt zwischen Sibirien und Alaska realisiert werden.
Neben einer Straße und einer Bahnverbindung sind auch Pipelines für Öl- und Gaslieferungen sowie Leitungen für Stromlieferungen und Datentransfer geplant. Kosten soll das Projekt 65 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 47 Milliarden Euro. In etwa 15 Jahren könnte er fertiggestellt werden.

Schätzungen der vermeintlichen Betreibergesellschaft nach, könnten drei Prozent des globalen Frachtverkehrs befördert werden. Einige zusätzliche Hürden gibt es aber noch: Die nächste größere Straße in Alaska ist 1000 km, in Sibirien 1500 km entfernt. Wo die nächsten Bahnschienen zu finden sind, haben wir trotz einigen Mühen nicht herausfinden können, es soll aber noch weiter entfernt sein.
Dennoch scheint das Projekt Sinn zu machen. Abgesehen von immer moderneren Fördermöglichkeiten unterstützt die globale Erwärmung den Abbau von Bodenschätzen in Sibiriens Permafrostboden. Der Tunnel würde zu massiven Investitionen in der gesamten Region führen und damit auch den Abbau und Transport der zu fördernden Bodenschätze.

Wer den Tunnel graben will und kann steht hingegen schon fest, japanische Unternehmen bemühen sich angeblich um den Auftrag, für 60 Millionen Dollar pro Kilometer.

Neu ist der Plan nicht, Zar Nikolaus II wollte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Tunnel nach Alaska bauen, nachdem sein Großvater 1867 für den wohl billigsten Landverkauf aller Zeiten verantwortlich war und den russischen Teil Amerikas an die Vereinigten Staaten für einen Quadratmeterpreis von ca. 0,0004 Cent (7,2 Millionen Dollar) verkaufte.

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