25. 04. 2007

Diskutiert wird viel um den Opfern zu helfen und kriminellen das Handwerk zu legen, so auch bei einer Konferenz in der Wiener UNO-City. Es sind aber, wie so oft, die Skandinavier, allen voran die Schweden, die mit einfachen Methoden daran gegangen sind den Sklavenhändlern den Gar auszumachen.
Das Verbot des „Erwerbs von sexuellen Dienstleistungen“ scheint zu greifen, denn statt Prostituierte in die Illegalität zu drängen, machen sich dort die Kunden strafbar. Gunilla Ekberg, Beraterin der schwedischen Regierung: „Seither sind die Zahlen der Opfer wesentlich gesunken“ denn „Menschenhändler machen natürlich Marktforschung und für sie sind Geschäfte in Schweden zu kompliziert geworden“.
Aber auch die USA versuchen sich zu bemühen. Nicht nur die sexuelle Ausbeutung von Opfern von Menschenhandel im Land selbst ist strafbar, sondern auch Sextourismus, also US-Bürger, die im Ausland Sex mit Minderjährigen haben. Trotz schwieriger Beweislage gab es in den letzten vier Jahren 103 Verurteilungen, die Haftstrafe kann, dem Gesetz nach, bis zu 30 Jahre betragen.
Wer wird Opfer von Menschenhändlern?
„Die Opfer sind immer jene, die die geringsten Chancen in ihren Heimatländern haben“, so Ekberg. Bei ihrer naiven Suche nach Glück im Ausland, kommen sie unter die Räder der Globalisierung und sind leichte Opfer. Noch immer werden junge Mädchen in Osteuropa mit abenteuerlichen Versprechungen aber auch einfachen Au-Pair Jobs geködert und verschwinden mehr oder weniger spurlos, in den wenigsten Fällen jedoch freiwillig.
Oft stammen die Opfer auch aus Randgruppen und meist ist die sexuelle Ausbeutung nicht die erste Form der Gewalt, auf die sie treffen. Daher versuchen verschiedene Initiativen das Problem an der Wurzel zu packen und durch Aufklärungsprogramme potenzielle Opfer zu sensibilisieren und ihnen Alternativen zu bieten.
„Die Opfer in den Ursprungsländern haben meist keine Wahl. Doch die Zielländer, wo oft nur sehr wenig Interesse an dem Thema herrscht, diktieren den Markt“, meint Eva Biaudet, OSZE-Sonderbeauftragte zur Bekämpfung von Menschenhandel.