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20. 03. 2007

Forscherschock: Schwertwale sind Mülltonnen der Ozeane


Forscherschock: Schwertwale sind Mülltonnen der Ozeane

Wenn der berühmte Schwertwal Willy noch leben würde, sollte er sich lieber in südlichen als in nördlichen Gewässern aufhalten.
Denn zahlreiche Studien haben ergeben, dass Meeressäuger wie Robben und Wale in hohen Breiten relativ hohe Schadstoffgehalte aufweisen. Davon sind besonders das Hormon- und Immunsystem der Tiere negativ betroffen. Die kalte Arktis gilt als “Senke” für Umweltgifte aller Art.
Jetzt sind die Schwertwale (Orcinus orca) der norwegischen Küstengewässer als extrem belastet in den Mittelpunkt der Umweltforscher gerückt. Der Biologe Hans Wolkers vom Norwegischen Polarinstitut spricht in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift “Polar research in Tromsø 2006” von einer “schockierenden Realität”: “Massive Mengen an Umweltgiften haben sich im Speck (der Schwertwale) angereichert, sogar noch mehr als beim Eisbären.”
Und die Eisbären galten bislang schon als extrem hoch belastet. Es wurden angeblich schon Zwitter, also zweigeschlechtliche Jungtiere gefunden. Untersucht wurden hauptsächlich die Belastungen mit den Umweltgiften PCB, DDE, Chlordan und Toxaphen – alles Stoffe, die sich als schwer abbaubare Insektizide, Pflanzenschutzmittel oder Flammhemmer einen negativen Namen gemacht haben. Die Forscher haben Gewebeproben von acht lebenden männlichen Schwertwalen genommen. Im Vergleich zum Eisbären sind die durchschnittlichen Gehalte an PCB mit etwa 6500 bis 7000 Nanogramm pro Gramm (ng/g) Fettgewebe zwar fast gleich hoch. Im Vergleich dazu ist der Gehalt an Toxaphenen mit etwa 2000 ng/g bei den Schwertwalen gut dreimal so hoch, extrem ist er beim DDE: kaum 100 ng/g bei den Bären, aber fast 12000 ng/g bei den Walen.
Auch die Hauptnahrung dieser Zwergwale, die Heringe, zeigen schon deutlich erhöhte Schadstoffgehalte. Noch machen die Zwergwale an der norwegischen Küste einen gesunden Eindruck, aber Wolkers befürchtet, dass “negative Auswirkungen auf das Immunsystem sowie auf die Fortpflanzung der Wale sehr realistisch” sind.
“Immerhin verweigert das walhungrige Japan den Import von Walfleisch aus Norwegen und Island mit dem Argument, die Produkte seien zu sehr kontaminiert”, sagt die GSM-Vorsitzende Petra Deimer.
Quelle: pur


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