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05. 10. 2010

Leben mit Laktose-Intoleranz


Leben mit Laktose-Intoleranz
Milch ist wichtig: Experten empfehlen Umstieg auf laktosefreie Produkte

Rund zwölf Millionen Deutsche vertragen keinen Milchzucker, weil es ihnen am Verdauungsenzym Laktase mangelt. Dieses Enzym sorgt dafür, dass der Organismus die Laktose, wie Milchzucker auch genannt wird, gut aufnimmt und verwertet. Fehlt diese wichtige Verdauungshilfe, wird der Milchzucker nicht mehr aufgespalten, sondern gelangt ungespalten in den Dickdarm - mit äußerst unangenehmen Folgen wie Verdauungsstörungen, Druckgefühl im Bauch und schmerzhaften Koliken.

Welche Therapie hilft?
Eine ursächliche Behandlung für die Laktose-Intoleranz gibt es leider nicht. Die beste Strategie ist, den Milchzuckeranteil in der Ernährung möglichst gering zu halten. Im Handel und in Drogeriemärkten gibt es mittlerweile eine breite Palette von laktosefreien Milchprodukten. Sie enthalten zwar keine Laktose mehr, aber alle wertvollen Inhaltsstoffe der Milch inklusive Kalzium.

Ein wichtiger Punkt, sagt Universitätsprofessor Dr. Dr. Jürgen Stein, Gastroenterologe am Uniklinikum Frankfurt am Main: "Diesen Produkten kommt im Rahmen der Symptombekämpfung der Laktose-Intoleranz eine besondere Bedeutung zu, da Milchprodukte in jedem Alter zur Bedarfsdeckung des Knochenbaustoffs Kalzium essenziell sind." Die Betroffenen brauchen also verträgliche Milchprodukte, um gesund zu bleiben. Zu wenig Kalzium in der Nahrung erhöht zum Beispiel das Risiko für Osteoporose. Auch davor warnt Professor Stein: "Osteoporose kann sich als ernstzunehmende Nebenwirkung der laktosearmen oder -freien Ernährung entwickeln."

Breite Palette an alternativen Produkten
Laktosefreie Produkte gibt es von der Vollmilch über den Emmentaler und den Frischkäse bis hin zum milchzuckerfreien Eiskaffee. Wie man damit Mahlzeiten zubereitet, können Betroffene in speziellen Kochbüchern für Menschen mit Laktose-Intoleranz nachlesen. Etwa im MinusL-Kochbuch "Einfach laktosefrei genießen", das online auf www.minusL.de bestellt werden kann. Unter dieser Adresse gibt es zudem einen Schnelltest, der erste Hinweise auf eine Laktose-Unverträglichkeit bringt.


Wie häufig ist Laktose-Intoleranz?

In Schwarzafrika und in Asien wird Milchzucker sehr häufig nicht vertragen. Deshalb sind beispielsweise etwa 98 Prozent aller Afrikaner davon betroffen. Ebenso hoch ist der Anteil unter den Asiaten. In Europa ist die Laktose-Intoleranz unterschiedlich stark verbreitet: In Italien trifft es zwischen 50 und 70 Prozent der Bevölkerung. In Skandinavien hingegen ist das Phänomen relativ selten (fünf Prozent der Bevölkerung). In Deutschland leiden zwischen 15 und 20 Prozent der Menschen an dieser Unverträglichkeit.

Text:djd/pt
Bild: djd/Omira  Oberland-Milchverwertung Ravensburg GmbH


 

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