11. 12. 2009
Die über acht Monate in 2009 heimlich gemachten Aufnahmen dokumentieren den Leidensweg der Tiere, der von anfänglichen Lähmungserscheinungen bis zum Tod durch Atemstillstand geht. Auch die Tötung der überlebenden Tiere nach den Versuchen ist zu sehen, wobei einzelnen Tieren unsachgemäß das Rückgrat gebrochen wird und die Tiere langsam unter Qualen sterben.
Das beliebte Anti-Falten-Mittel Botox, das auch ein potentes Medikament ist, wird von Bakterien gewonnen und ist das stärkste bekannte Gift. Es hemmt die Signale zwischen Nerv und Muskel. Unter die Haut im Gesicht gespritzt lähmt es für etwa zwei bis sechs Monate die Muskeln, das Gesicht erscheint dadurch glatter. „Rund 74.000 Mäuse müssen pro Jahr in dem britischen Labor für die Antifaltenspritze leiden und sterben“, weiß die Veterinärmedizinerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzte gegen Tierversuche Dr. Corina Gericke. „In Deutschland waren es im letzten Jahr 34.000 Mäuse. Tendenz steigend.“ So wird im Hamburger Labor LPT das Botulinumtoxinprodukt Xeomin® der Frankfurter Firma Merz an Tieren getestet.
Doch noch ein weiterer Aspekt ist den Verbänden ein Dorn im Auge. „Die europäischen Bürger akzeptieren keine Tierversuche für Schönheitsmittel. Gerade dieses Jahr trat ein Tierversuchsverbot für die Prüfung von kosmetischen Inhaltsstoffen in Kraft. Und hier werden nun jährlich Tausende von Tieren gequält, um am Wahn nach ewiger Jugend zu verdienen“, sagt die Fachreferentin für Tierversuche und Alternativmethoden der zum Deutschen Tierschutzbund gehörenden Akademie für Tierschutz, Dr. Irmela Ruhdel. Laut Tierschutzgesetz dürfe ein solch qualvoller Tierversuch nur durchgeführt werden, wenn dies ‚von außerordentlicher Bedeutung für wesentliche Bedürfnisse von Mensch und Tier ist’. „Bei einer kosmetischen Anwendung ist dies eindeutig nicht der Fall. Botox-Mittel zur Faltenglättung müssen daher generell verboten werden “, so Ruhdel weiter. Nur so sei es zu vermeiden, dass hier permanent eklatant gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird.
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TE