Facebook sperrt willkürlich und ohne Vorwarnung Konten Sie nutzen Facebook intensiv, um mit Freunden aus aller Welt, Geschäftskunden oder entfernten Verwandten Kontakt zu halten? Ohne Netz und doppelten Boden keine gute Idee! Facebook ist das in Deutschland am schnellsten wachsende "soziale Netzwerk". Hatte man zu Beginn des Jahres 2009 knapp 2 Millionen Nutzer, stieg die Zahl der angemeldeten Nutzer bis Anfang 2010 auf über 7,5 Millionen. Dies sagte Facebook-Vorstand Sheryl Sandberg am 11. Februar 2010 bei der Eröffnung der Deutschland-Zentrale in Hamburg. In vielen Internetforen jedoch brodelt es. Weder der Support noch die Technik habe mit dieser rasanten Entwicklung ausreichend Schritt gehalten. Abgesehen von gelegentlich nicht funktionierenden Funktionen wie dem Chat, sind es seit geraumer Zeit gesperrte Nutzerkonten, die für großen Ärger und Probleme sorgen.
Häufige Ursachen der ungerechtfertigten Sperrungen sind den, von den USA aus arbeitenden, Mitarbeitern unbekannte Namen oder Geschädigte sogenannter „Schadware". Applikationen, die man ungefragt auf seine Facebook-Pinnwand von Freunden gepostet bekommt. Im ungünstigsten Fall ist Ihr jahrelang gepflegtes Profil gesperrt, gelöscht, nicht mehr zugänglich und Ihre Kontakte erst mal im Nirwana verschwunden. Wer nun glaubt, auf den Support sei Verlass und solche Probleme lösbar, wird schnell eines Besseren belehrt.
Klicken Sie besser auf keine Links auf Ihrer Facebook-Pinnwand. Steckt dahinter nämlich ein Schadprogramm bzw. eine Schadanwendung, kann es um Ihr Profil schon geschehen sein. Sie erhalten zum Beispiel von einem Ihrer Kontakte einen Eintrag gepostet, der aussieht als handele es sich um ein Video. Arglos klicken Sie darauf und es erscheint eine bekannte Abfrage von Facebook, welche Rechte die Anwendung anfragt. Der normale Facebook-Nutzer wird kaum erkennen, dass es sich hier um eine Anwendung und nicht um ein Video, welches normalerweise sofort startet, handelt. Doch selbst erfahrenen Internetnutzern wie dem Autor dieser Zeilen, passiert es in der Hektik des Alltags schnell und diverse Rechte sind erteilt. Natürlich geht man davon aus, dass eine Facebook-Anwendung schon nichts Arges im Schilde führen kann, ist es doch auch kein Link zu einer externen Webseite (vor so etwas wird man ja neuerdings explizit von Facebook bei jedem Klick gewarnt), sondern eine direkt in Facebook implementierte Anwendung.
Selbst wenn Sie jetzt schnell reagieren, die Wahrscheinlichkeit, dass es zu spät ist, ist sehr hoch. In oben beschriebenem Fall passierte zunächst gar nichts, was misstrauisch machte und zur sofortigen Löschung des Eintrags auf der Pinnwand und dem Löschen der Anwendung unter "Anwendungseinstellungen" führte.
Der Kontakt, von dem der Pinwandeintrag bekam, schrieb noch, dass er den Eintrag nicht wissentlich gemacht habe, aber ihn ebenfalls von einem Freund, der von diesem Eintrag auch nichts wusste, auf seiner Pinnwand fand.
Facebook scheint machtlos. Man könnte jetzt denken, diese bereits bekannte Form von Spam auf der Pinnwand sei Facebook bekannt und man würde dies abstellen, doch weit gefehlt. Seit Monaten sorgen solche Pinnwand-Postings für Ärger. Im harmlosesten Fall muss man seinen Kontakten erklären, warum man ihnen Links zu Erotikvideos etc. auf die Pinnwand schickte (die natürlich auch nicht funktionieren, sondern sich wie ein Internetwurm innerhalb von Facebook weiterverbreiten), im ärgerlichsten Fall ist man kurze Zeit später von Facebook automatisch gesperrt.
Es spielt keine Rolle, ob Sie einen oder eintausend Kontakte haben, ob Sie ein normales oder auffälliges Nutzerverhalten zeigen (denn Facebook entscheidet auf geheimnisvolle Weise was "auffällig" ist), ob Sie noch ein gewerbliches Profil auf Facebook haben oder oder oder. Ihr Nutzerkonto ist gesperrt, Ihre Kontakte weg. Mit Glück erhalten Sie von Ihren Kontakten noch einige Emails, in denen Sie gefragt werden, warum Sie die Freundschaft beendet haben (denn, dass Ihr Facebook-Profil gesperrt wurde, erfahren Ihre Freunde nicht - sie sind einfach weg) und können so einige Kontakte wiederherstellen. Mit Pech, haben Sie ihre gesamte Kommunikation auf Facebook umgestellt, Visitenkarten, Adressbücher und anderes entsorgt. Denn, oh schöne Facebook-Welt, man dachte ja, so etwas nicht mehr zu brauchen. Ganz schlecht, wenn Sie auch Ihre Termine auf Facebook verwaltet haben, Veranstaltungen angelegt oder gar ein Blog über Jahre pflegten.
Bleibt zu hoffen, dass Sie noch Kopien all der Bilder, die Sie in Facebook-Alben hochgeladen haben, besitzen und auch alle Videos. Sonst? Pech gehabt!
Geschäftskunden verlieren Zugriff auf die Facebookseite ihres Unternehmens. Auch als Betreiber einer Firmenseite auf Facebook kommen Sie nicht mit einem blauen Auge davon! Nein, Ihre, wie Facebook sie nennt "Fans" und Kunden können nicht mehr auf die zwangsweise mit Ihrem persönlichen Profil verbundene Unternehmensseite zugreifen. Bewerben Sie Ihre Seite auf Facebook? Ärgerlich, jetzt können Sie nicht einmal mehr steuern, wie, wo, wann und wofür Ihr Geld ausgegeben wird. Kein Zugriff auf Ihr Profil = kein Zugriff auf die Unternehmensseite = kein Zugriff auf Ihren Werbeetat, den Sie bei Facebook hinterlassen haben.
Schwierige Kontaktaufnahme und nachteilige AGB. Natürlich können Sie warten. Bis entweder innerhalb von 24 Stunden oder auch erst nach 4 Wochen, wenn überhaupt, eine Antwort von disabled@facebook.com erfolgt und es ist absolut nicht gesagt, dass Ihr Profil wieder freigeschaltet wird!
Wie "leicht" Facebook es seinen Nutzern macht, Ihre Rechte wahrzunehmen, zeigt der unter Impressum/Nutzungsbedingungen zu findende Text "Erklärung der Rechte und Pflichten".
Hier heißt es unter Ziffer
"15. Streitfälle 1. Du wirst sämtliche Ansprüche, Klagegegenstände oder Streitfälle („Anspruch“), die du uns gegenüber hast und die sich aus dieser Erklärung oder aus Facebook oder in Verbindung damit ergeben, ausschließlich vor einem Staats- oder Bundesgericht in Santa Clara County, Kalifornien, klären. Diese Erklärung sowie alle Ansprüche, die möglicherweise zwischen dir und uns entstehen, unterliegen den Gesetzen des Bundesstaates Kalifornien, unter Ausschluss der Grundsätze des Kollisionsrechts. Du erklärst dich damit einverstanden, dich bei einem Prozess über alle derartigen Ansprüche der personenbezogenen Zuständigkeit der Gerichte in Santa Clara County, Kalifornien, zu unterwerfen.
Zumindest Nutzer in Deutschland stehen dem Treiben von Facebook nicht mehr völlig ohnmächtig gegenüber.
Wie man dem Text "Erklärung der Rechte und Pflichten" entnehmen kann, hat sich damit mehr als nur ein erstklassiger Anwalt auseinandergesetzt, warum unterwirft Facebook sich nicht freiwillig der deutschen Gerichtsbarkeit? Immerhin sei der deutsche Markt lt. Sandberg der, auf dem in Europa das Interesse an Facebook am stärksten wächst und bereits jetzt aktualisieren 300.000 "Kunden" ihr Profil täglich!
Bundesverband Verbraucherzentrale rät Facebook nicht mehr zu nutzen. Es dürfte wohl auch an den deutschen Datenschutzgesetzen und ihren Wächtern liegen. Peter Schaar, deutscher Datenschutzexperte und der derzeitige Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), erklärt, Facebook habe wiederholt, gegen die von Datenschützern aufgestellten Forderungen, “datenschutz- und benutzerfreundliche Voreinstellungen”, zu schaffen, verstoßen. “Die Kontrolle und die Ahndung solcher Verstöße ist sehr schwierig.”, was primär daran liegt, dass Facebook in Deutschland noch mit keiner Niederlassung vertreten sei. Aus diesem Grund, ist auch keine Datenschutzbehörde für die Plattform zuständig. Die Stiftung Warentest stellte gravierende Mängel fest. Noch weiter geht der Bundesverband Verbraucherzentrale (vzbv). Dieser rät, Facebook auf Grund der Datenschutzbestimmungen, am besten überhaupt nicht mehr zu nutzen. "Momentan können wir den Nutzern nur raten, den geplanten Änderungen zu widersprechen und sich gemeinsam mit ihren Freunden einen neuen Anbieter zu suchen", sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen in einer Mitteilung.
Die Deutsche Niederlassung von Facebook Mit einer in Irland eingetragenen Gesellschaft "Facebook Ireland Limited Hanover Reach, 5-7 Hanover Quay, Dublin 2 Ireland", Registernummer: 462932 lassen sich auch in Europa von den USA (San Franzisco/Palo Alto) aus offensichtlich glänzende Geschäfte machen. Lt. Sanderberg ist Facebook bereits seit sieben Quartalen profitabel.
Völlig ohnmächtig steht man aber als deutscher Nutzer dem Gebaren von Facebook nicht mehr gegenüber. Zwar spielt die Facebook Germany GmbH noch ein kleines Versteckspiel: meedia.de zum Beispiel wurde auf Anfrage von der zuständigen PR-Agentur mitgeteilt, "Facebook habe kein Interesse daran, dass die genaue Adresse bekannt werde..." und der Branchendienst kress.de meldete, das Netzwerk werde vom Hamburger Rathausplatz aus agieren. Einen Rathausplatz gibt es in Hamburg jedoch nicht und auch in der Straße Rödingsmarkt, welche zunächst genannt wurde, findet sich keine Facebook-Niederlassung.
Zum Ziel führte schließlich das Handelsregister des Amtsgerichtes Hamburg. Aktenzeichen HRB 111963 verrät, dass die Geschäftsanschrift von Facebook Germany GmbH Rathausmarkt 5, 20095 Hamburg lautet. Auch die Suche via Google führt, mittlerweile, zu einer Adresse am Rathausmarkt 5.
Damit könnten sich die „Datennutzer“ von Facebook ein gewaltiges Ei gelegt haben, denn es handelt sich hier wohl im Sinne des Datenschutzrechtes um eine “deutsche Niederlassung” (§ 1 Abs. 5 S. 1 BDSG) und damit, endlich, ist Facebook rechtlich ohne große Umstände "greifbar“!
Wie Sie sich schützen können Bitten Sie alle Ihre Kontakte, Ihnen eine Email, möglichst auf einen hierfür separat angelegten Email-Account (zum Beispiel Hotmail), zu senden und bitten Sie auch jeden neuen Kontakt im Laufe der Zeit darum. Wird Ihr persönliches Nutzerkonto irgendwann einmal von Facebook, warum auch immer, gesperrt, legen Sie sich einfach ein neues Profil an und nutzen die "Finde Personen, denen du E-Mails sendest"-Funktion. Automatisch erhalten dann alle Ihre (alten) Kontakte eine Freundschaftsanfrage. Ob Sie Facebook allerdings je wieder intensiv (oder überhaupt) nutzen, müssen Sie entscheiden.