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05. 05. 2011

Kite


Kick ass – feel free
Kitesurfen, der blanke Wahnsinn, registriert der gelernte Couch-Potatoe, angesichts der 10 Meter Sprünge und Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h.

Der Kite = der Drache, ist bis zu 20 qm groß. Je nach Windstärke werden verschieden große Drachen eingesetzt.

Das gibt Power für die Sprünge am Wasser. Ab Windstärke 3,5 Bft (oder 5m/sec oder 9 Knoten) stürzen sich die Kiter auf die Wellen oder ins Flachwasser.

Ein gesundes Augenmass, Fingerspitzengefühl und Reaktionsgeschwindigkeit braucht man, um die Sprünge zu lernen. Denn die Sprünge werden alleine über den Kite gesteuert – der Lenkdrachen wird gegen die Fahrtrichtung geführt, der Kiter wird regelrecht ausgehebelt und bis zu 10 Meter in die Höhe und bis zu 40 Meter weit übers Wasser gehoben.




Damit dem Kite aber bei dem Manöver nicht die Luft ausgeht, muss der Kite noch während des Sprungs in die ursprüngliche Fahrtrichtung gebracht werden. Profis machen in der Zwischenzeit noch akrobatische Übungen. Das Zusammenspiel von Wasser, Luft und dem eigenen Körper, der frei durch die Luft schwebt, gibt das ultimative Gefühl von Freiheit. Vorteil: Kiten ist auch bei Windstärken möglich, wo Surfer und Segler sich noch am Strand langweilen.

Kitesurfen ist eine relativ junge Sportart, seit Ende der 90er Jahre wächst die Zahl der Kiter weltweit. Begonnen hat es, wie so oft, mit ein paar Freaks, denen schnell oder hoch oder weit allein nicht genug war. Ihr persönliches Superlativ haben sie sich selbst zusammengezimmert: Eine Mixtur aus Segeln, Surfen, Wasserskifahren, Wakeboarden und einer Extradosis Adrenalin.

Man nennt sie die „Könige auf dem Wasser“ – passt nicht ganz, den hier haben Frauen von Anfang in der ersten Riege mitgespielt.

Wenn sich die Kite chicks selbst als „girls“ oder chicks bezeichnen, ist das reine Selbstironie – denn zum Kiten gehört vor allem ein gesunde Selbsteinschätzung, Kontrolle über die Situation und eine Megaportion Zielstrebigkeit. Das hat wenig mit dem landläufigen Girlie-Image zu tun.

How to - Vor dem Start
Es ist gar nicht so schwer, den Kite lenken zu lernen, ohne dabei das Board zu verlieren. Wer schon ein paar Vorkenntnisse vom Segeln oder Surfen mitbringt, tut sich noch leichter. Damit das Kiten auch garantiert Spaß macht und nicht zum Stress wird, sollten Anfänger unbedingt eine professionelle Kiteschule besuchen, denn es gilt einige Standards zu verinnerlichen: Richtiger Umgang mit dem Wetter, Windstärke, richtige Einschätzung der Windverhältnisse und die Safety-Maßnahmen am Gerät selbst. Wer sie kennt und beachtet, kann bedenkenlos aufs Wasser. Maximal eine Woche Unterricht in einer Kiteschule und schon kann vom Wasser aus gestartet werden. Für die akrobatischen Sprünge gibt es eigene Kurse.

Mittlerweile sind 3 deutschsprachige Magazine für Kiter auf dem (online-)Markt: kiteboarding.de, Kitesurf und das free-Magazin. Fachbücher sind Mangelware, dafür gibt es jede Menge Videos, die in einschlägigen Shops oder über die Kite-Portale zu beziehen sind. Kitesurf-reisen werden von Surfreise-Anbieter organisiert.

Risiko
Seit dem tödlichen Unfall der deutschen Meisterin Silke Gorldt 2001 wird immer wieder über die Gefahr des Kitesurfens diskutiert. Allerdings entstehen die meisten Unfälle, weil die üblichen Sicherheitsstandards nicht beachtet werden oder auch selbst gebasteltes Equipment eingesetzt wird. Das größte Risiko beim Kitesurfen ist die Selbstüberschätzung, wissen Profis. Wer das Kiten von Grund auf lernt und seine Grenzen kennt, für den ist es nicht gefährlicher als Snowboarden.

Wichtigste Tipps: Von anderen Sportlern fernhalten, nicht in die Leinen greifen, nicht an Land springen und niemals den Kite unterschätzen.

Equipement/Kosten
Billig ist Kitesurfen nicht. Man benötigt einen Lenkdrachen (Kite) mit Steuerkontrolle (Bar) kostet zwischen 700 – 1500 Euro, für ein gutes Kiteboard muss man noch mal ca. 700 Euro hinlegen. Als Zubehör braucht man noch einen Neoprenanzug, Leinen, Handschuhe, Helm und geeignetes Schuhwerk.

Ein optimales Einsteiger-Equipment gibt es nicht. Jeder muss sich seinen Kite und sein Board selbst „erfahren“. Daher empfiehlt es sich, anfangs in eine Kiteschule zu gehen, dort stehen meist Kites und Boards in unterschiedlichen Größen und Qualitäten zum Testen zur Verfügung.

Die besten Spots
Wen das Kite-Fieber gepackt hat, braucht gar nicht so weit zu fahren. In Deutschland gibt es jede Menge Spots für Anfänger und Profis. Die „Fischköpfe“ haben klaren Heimvorteil – Nord- und Ostsee sind wahre Surferparadiese.

Auf www.surfspots.de finden Kiter nationale und internationale Spots – einfach über die Landkarten anklicken. Im Forum von www.oase.com gibt’s dann die passenden Testberichte zu den Spots.

 

Kiterlatein
Kein Ahnung, aber Sie wollen mitreden? Bitte, hier die sind die wichtigsten Insiderbegriffe:

Bar – Lenkstange des Kites

Chop – kleine Wellen, unruhige Wasseroberfläche

Deadman – Trick, bei dem der Kiter kopfüber in der Luft steht

Depower – Reduzieren der Zugkraft der Leine

Hack – Slang für starken Wind

Handlepass – Trick, bei dem die Bar hinter dem Rücken durchgegeben wird

Hangtime – Zeit, die der Kiter in der Luft verbringt

Höhe laufen – am Strand ins Luv laufen um den Kite nach oben zu bringen

Kitebunnys – ja, auch hier soll es kreischende Groupies geben…

Nofoot – Trick, bei dem das Board von den Füssen genommen und kurz vor der Landung wieder angezogen wird

Onefoot – nur ein Fuss wird aus der Schlaufe genommen

Quickrelease - Notausstieg

Spot – Strand mit geeigneten Windverhältnissen zum Kiten

Swell – auslaufende Welle

Transition – Sprung mit gleichzeitigem Fahrtrichtungswechsel
















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