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14. 06. 2011

Hessentag entging knapp einer Katastrophe


WAS DIE REGIONALEN MEDIEN SICH NICHT TRAUEN ZU VERÖFFENTLICHEN!:
(Update - am Dienstag den 16. Juni hat man es dann doch veröffentlicht - nachdem EPR-Medien/COGITO an alle relevanten Redaktionen ein Textangebot bereits am 12. Juni (Sonntagmorgen) versendet hat und überregionale Medien auf den Sachverhalt aufmerksam wurden!)

Hessentag in Oberursel entging knapp einer Katastrophe!
Nichts gelernt aus Duisburg haben die Veranstalter und Sicherheitsverantwortlichen des Hessentages.
Auf einem Gelände welches für diese Veranstaltung eine Zulassung von 30.000 Menschen hatte, eine kostenlose Veranstaltung wie „Just White“ durchzuführen, mit dem Einzugsgebiet Frankfurt/Main in Sichtweite, ist verantwortungslos. Tatsächlich befanden sich nach Polizeiangaben rund 50.000 Menschen auf dem Areal.

Entsprechend kam es mehrfach zu „Stürmungen“ des Geländes. Am Haupteingang wurde die völlig überforderte Security förmlich überlaufen und hatte die Situation phasenweise nicht mehr unter Kontrolle. Von beiden Seiten des Veranstaltungsgeländes kletterten, die zeitweise wegen Überfüllung abgewiesenen, Besucher über die Zäune, schraubten Verbindungsteile der Bauelemente heraus und rissen Zäune ein um sich Zugang zu dem Gelände zu verschaffen.

 



Kurz vor Mitternacht waren im Bereich der Frankfurter Landstraße (Bilder) weder Security noch Polizisten vor Ort. Dies erklärte der Polizeisprecher, Siegfried Schlott, damit, dass die vorgesehene Zahl an Polizeikräften nicht ausgereicht habe. Warum man aber nicht ausreichend Einsatzkräfte mobilisiert hat und um welche Größenordnung es sich bei den an anderen Gefahrenstellen nachträglich zur Just White Veranstaltung abgezogene Streifen handelt, sei ihm nicht bekannt.

Auch das DRK musste nachträglich Kräfte hinzuziehen und alarmierte Rettungskräfte aus den umliegenden Gemeinden.

Bereits gegen 22:30 Uhr wurde der Zugang zu dem Gelände von der Security wegen Überfüllung geschlossen. Dies zu einem Zeitpunkt als der Veranstalter Radio FFH noch immer Werbung für die kostenlose Veranstaltung ausstrahlte und noch mehr Menschen anreisten.

Oberursels Ordnungsdezernent, Dieter Rosentreter, spielt die Geschehnisse von Samstagnacht erwartungsgemäß herunter: "Das Gelände ist weitläufig, die Zäune wurden geöffnet, für Panik gab es keinen Grund". Herr Rosentreter sollte sich schleunigst von einem Panikforscher erklären lassen, dass es keinen objektiven Grund für eine Massenpanik braucht sondern bereits Kleinigkeiten wie eine Schubserei oder Drängelei völlig ausreichen.

Insgesamt muss dem Planungsstab völliges Versagen vorgehalten werden, es darf nicht sein, dass bei einer kostenlosen Veranstaltung, die um 21:30 Uhr beginnen sollte erst um 20:00 Uhr die Eingänge geöffnet werden, nachdem sich bereits Stunden zuvor eine riesige Menschenmenge vor dem Einlass sammelte.
Tatsache ist, dass zwischenzeitlich keinerlei Zutrittskontrollen erfolgten. Wieviele Waffen, Messer und Flaschen so auf das Gelände gelangten, kann man sich leicht vorstellen, auch angesichts der "Gangs mit Migrationshintergrund", die kurz vor 24:00 Uhr viele Besucher veranlassten früher zu gehen. Es wurde den friedlich feiernden Menschen schlicht zu gefährlich und von Security oder Polizei war auf weiten Teilen des Geländes nichts zu sehen! Nach Angaben von Security Mitarbeitern, war kein Polizeivertreter in den Planungsstab der Veranstaltung einbezogen und es war für diese erst mit enormer zeitlicher Verzögerung überhaupt möglich einen Einsatzleiter der Polizei über die Lage auf dem Gelände zu informieren.

Die eingesetzten Polizeikräfte allein als "überfordert" zu bezeichnen, wird ihnen nicht gerecht. Ein gehöriges Maß Desinteresse gehört auch dazu, dass man, von Besuchern auf die 10 Meter entfernt eingerissenen Zäune und die unkontrolliert auf das Gelände strömenden Personen hingewiesen, entgegnet: „Nicht unser Problem da draußen ist Pabst-Security zuständig…“.

Das Gelände war zwischen ca. 22:15 und Mitternacht hoffnungslos überfüllt. Ob Schlägerei im Bereich der Getränkestände oder Kreislaufkollaps, die Besucher waren auf großen Teilen des Geländes, speziell rechts von der Bühne, auf sich gestellt. Zwischenzeitlich war die Situation derart außer Kontrolle, dass Getränkestände überrannt wurden und das Personal mit der Kasse in den Armen flüchten musste!

Der Besonnenheit einiger Besucher, die Schlägereien schlichteten, erste Hilfe leisteten und dem glücklichen Umstand, dass die „Stürmungen“ des Geländes nicht gleichzeitig von allen Seiten erfolgte, ist es zu verdanken, dass es hier zu keiner Katastrophe/Massenpanik kam.

Sicherheitskräfte, bezeichneten das Veranstaltungskonzept als „unvorstellbar“ ein „brandgefährliches Spiel mit Menschenleben“ und waren sichtlich erleichtert als der letzte Besucher das Gelände verlassen hatte.

Alles soll schön, schick und gut auf dem Hessentag sein. Kritik ist unerwünscht, so bekamen auch die Mitarbeiter nochmals einen ausdrücklichen Maulkorb verpasst, mit der strikten Order, kein Wort mit Pressevertretern zu sprechen, sondern alle Anfragen an die Hessische Staatskanzlei weiter zu leiten. Diese behauptete auf Anfrage am Sonntag noch, es habe keinerlei Probleme gegeben und es hätten sich zu keinem Zeitpunkt mehr als 30.000 Personen auf dem Gelände befunden.

 





Text&Bilder: Thorsten Egenolf

 

Bilder – Links der Bühne, auf Höhe Peugeot (Frankfurter Landstraße 72)
Uhrzeit 23:45
















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